Radierung, 130 x 184 mm (Plattenabdruck).
In der Platte unten: "N44 p 5".

Guter Abdruck mit schmalem Rändchen. Wenige einzelne Stockfleckchen.

Bei der Nennung des Namens Claude Lorrain, denkt man zuerst an die Farbe seiner Bilder, an den großartigen Meister südlicher Landschaften, an den "Maler des Lichts", der die Wahrnehmungsweise der Italienreisenden und das Bestreben der Landschaftsmaler über Jahrhunderte maßgeblich beeinflußte. Man sah Italien "Im Licht Claude Lorrains" und Goethe tat in Sizilien den Ausruf: "Jetzt versteh ich erst die Claude Lorrains".
Wer nicht das Glück hatte, den Gemälden Claude Lorrains in römischen Sammlungen oder andernorts zu begegnen, der konnte ihn auch in seinen Radierungen kennenlernen. Die Radierungen sind meisterhafte Umsetzungen der Bildgedanken in das schwarz-weiße Medium. J.W. v. Goethe brachte gute frühe Abzüge für seine Kunstsammlung von der italienischen Reise mit nach Weimar. Obwohl es sich bei dem vorliegenden Blatt um einen späteren Zustand (vor 1754) handelt, so ist der Abzug doch vorzüglich geeignet, einen Eindruck von der Kunst Claude Lorrains zu gewinnen. Die Radierung hat eine Entsprechung in einer Zeichnung im Liber Veritatis (Nr. 44, Coast Scene with an Artist Drawing) von 1639 und in einem Gemälde im Cincinnati Art Museum. Das Thema des in der Natur zeichnenden Künstlers kommt bei Claude häufiger vor (z.B. LV 130).

Lino Mannocci: The etchings of Claude Lorrain. New Haven 1988. Hier: Nr. 36.

 

Claude Lorrain
1600 Chamagne - 1682 Rom

Küstenszene mit Zeichner, 17. Jh.
IV von V (Mannocci)