| Radierung
auf Velin, 169 x 230 mm (Blatt).
Rechts unten "Koch fece.", Mitte "Villa Matei".
Rechts oben die Nummer 17.
Kräftiger,
fein zeichnender Abdruck mit schmalem Rand.
Joseph
Anton Koch floh 1791 von der Karlsschule in Stuttgart, wo er eine
akademische künstlerische Ausbildung absolvieren sollte. Der
junge Künstler wollte nicht in einem "Kunsttreibhaus"
nach alten Kunstvorschriften, Gipsabgüssen und Vorlagen, sondern
nach der Natur studieren. Sein Freiheitsdrang führte ihn zunächst
in die Schweiz und dann 1794 nach Rom, wo über lange Jahre
bis zu seinem Tod eine prägende Gestalt der deutschen Künstlergemeinde
war und gemeinsam mit J.C. Reinhart die Landschaftsmalerei erneuerte.
Wohl angeregt durch Reinharts mit Dies
und Mechau gemeinsam betriebener Radierfolge der "Mahlerischen
radirten Prospecte von Italien" erhoffte sich Koch von einer
eigenen Serie mit römischen Landschaftsdarstellungen auch einen
wirtschaftlichen Erfolg. In dieser Hinsicht wurde er zwar enttäuscht,
doch sind die 20 sorgfältig vorbereiteten "Radierungen
Römischer Ansichten" von Bedeutung für seine Entwicklung
als Landschaftsmaler.
Die
1582 erbaute Villa Mattei (Villa Celimontana) auf dem Monte Celio
ist heute Sitz der Società Geografica Italiana, der Park
ist öffentlich zugänglich.
Kochs Augenmerk liegt auf der landschaftlichen Lage.
Ganz besondere Sorgfalt widmet der an Naturbeobachtung stark interessierte
Künstler aber auch der Darstellung des Wolkenhimmels.
Otto
R. von Lutterotti: Joseph Anton Koch, 1763-1839. Leben und Werk.
Wien, München: Herlod Verlag 1985.
Christian von Holst: Joseph Anton Koch. Ansichten der Natur.
Stuttgart: 1989 (Ausstellungskatalog Staatsgalerie Stuttgart).
Andresen:
Die deutschen Maler-Radierer des 19. Jahrhunderts, Bd. I, Nr. 17.

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