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in Braun auf feinem Bütten,
215 x 343 mm.
Rechts
unten ein kleines Löchlein, im übrigen vorzüglich
erhalten.
Johann
Heinrich Wilhelm Tischbein fand nach anfänglichen Erfolgen
als Porträtmaler seine künstlerische Heimat in Italien.
Sein künstlerisches Ziel war zunächst die Historienmalerei.
Seine eigentliche Produktivität entfaltete er jedoch in der
intensiven Beschäftigung mit der Antike und in seinen poetischen
Allegorien. Ein ausgeprägtes kunsthistorisches Interesse zeigte
Tischbein als Kunstsammler ebenso wie in seiner Lehrtätigkeit
an der Kunstakademie in Neapel.
Schon sehr früh wurde Tischbein mit der Kunst der Niederländer
vertraut, insbesondere Rembrandt zählte zu den von ihm zeitlebens
verehrten Künstlern - eine Vorliebe, die er mit Goethe teilte,
mit dem er über die gemeinsame italienische Zeit hinaus befreundet
war.
Die
vorliegende Zeichnung verweist thematisch und in der Linienführung
auf entsprechende Zeichnungen Rembrandts mit altestamentarischen
Motiven (Lot und seine Töchter, Goethe-Nationalmuseum
Weimar; Jakob schläft, Kupferstichkabinett Berlin).
Nicht ganz eindeutig in der Ikonographie zeigt das Blatt in der
Dreiergruppe wohl Moses während der Schlacht gegen die Amalekiter.
Um den Sieg zu sichern soll Moses mit erhobenen Armen ausharren.
Damit ihm die Arme nicht sinken wird er von Aaron und Hur gestützt.
(2. Moses 17, 8 ff.). Unklar in ihrem Bezug zu dieser Szene ist
die linke Gestalt.
Für die Bestätigung der Autorschaft danke ich Herrn Dr.
Mildenberger (Weimar).
Jörg
Deuter:
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein als Sammler europäischer
Kunst 1500-1800. Oldenburg 2001 (=Kataloge des Landesmuseums Oldenburg;
Bd. 18).
Bob van den Boogert, Charles Dumas u.a.: Goethe & Rembrandt.
Zeichnungen aus Weimar. Amsterdam 1999, S. 77 f.
Hermann Mildenberger: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein.
Goethes Maler und Freund. Oldenburg 1986.

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